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Cybersicherheit zu Hause: Welche sensiblen Daten können Geräte speichern?

Moderne Haushalte sind intelligenter denn je, aber auch die Risiken sind grösser geworden ...
Von intelligenten Lautsprechern bis hin zu vernetzten Türklingeln, fast jedes Haushaltsgerät sammelt, speichert und überträgt mittlerweile Daten.
Allerdings sind sich nur wenige Nutzer bewusst, wie viele persönliche Informationen ihre Geräte tatsächlich enthalten, und sie wissen auch nicht, was passieren könnte, wenn diese Daten in die falschen Hände geraten.
Dieser Artikel befasst sich mit den Arten sensibler Informationen, die alltägliche Smart-Home-Geräte speichern können, warum dies wichtig ist und wie man sicher damit umgeht.
Intelligente Lautsprecher (z. B. Amazon Echo, Google Nest, Apple HomePod).
Intelligente Lautsprecher fungieren als digitale Assistenten, aber auch als Mikrofone, die ständig auf Sprachbefehle warten.
Gespeicherte Daten:
- Sprachaufzeichnungen und Transkripte (lokal und in der Cloud).
- Anmeldedaten (Amazon, Google, Apple ID).
- Verbundene Smart-Home-Geräte und Routinen.
- Standort- und WLAN-Netzwerkdaten.
- Befehlsverlauf (z. B. Einkaufslisten, Erinnerungen, Kalenderaktionen).
Warum das wichtig ist:
Im Falle einer Kompromittierung könnten Angreifer auf Ihren Sprachverlauf zugreifen, Routinen ableiten oder verbundene Geräte manipulieren.
Smart-TVs (z. B. Samsung, LG, Sony, Philips usw.).
Heutige Fernseher sind vollwertige Computer mit integrierten Betriebssystemen und Cloud-Konnektivität.
Gespeicherte Daten:
- Wi-Fi-SSID (Netzwerkname), Passwort und Netzwerkeinstellungen.
- App-Anmeldedaten (Netflix, Prime Video, YouTube usw.).
- Anzeigeverlauf und personalisierte Empfehlungen.
- Daten von Sprachassistenten (Alexa, Google Assistant).
- Verknüpfte Herstellerkonten (Samsung-Konto, LG-Konto, Google-Konto).
Warum das wichtig ist:
Smart-TVs können Unterhaltungspräferenzen, Konto-Token und Netzwerkdetails preisgeben. In seltenen Fällen können sie sogar als Einstiegspunkt in Ihr Heimnetzwerk genutzt werden.
WLAN-Router und Modems.
Ihr Router ist das Herzstück Ihres Heimnetzwerks und wird oft am meisten übersehen.
Gespeicherte Daten:
- Administrator-Anmeldedaten (Webschnittstelle oder App).
- WLAN-Netzwerknamen und Passwörter.
- Listen der verbundenen Geräte und DHCP-Protokolle.
- DNS-, VPN- oder Portweiterleitungskonfigurationen.
- Verknüpfte Cloud-Management-Konten (TP-Link Tapo, AVM MyFritz, NETGEAR Insight).
Warum das wichtig ist:
Ein schwaches oder unverändertes Administratorpasswort kann jedes Gerät in Ihrem Heimnetzwerk für Angriffe aus der Ferne anfällig machen.
Smart-Home-Hubs und -Brücken (z. B. Philips Hue Bridge, SmartThings Hub, Apple HomeKit, Aqara usw.).
Diese Geräte verbinden mehrere Gadgets miteinander und automatisieren Szenarien im Haushalt.
Gespeicherte Daten:
- Gerätepaarungsdaten und Automatisierungsszenarien.
- WLAN-Anmeldedaten und LAN-Konfigurationen.
- Cloud-Verbindungstoken (IFTTT, Alexa, Google Home).
- API-Schlüssel und Integrationsanmeldedaten.
Warum das wichtig ist:
Die Kompromittierung eines einzigen Hubs kann Ihr gesamtes Smart-Home-Ökosystem offenlegen oder unter Kontrolle bringen.
Intelligente Kameras und Türklingeln (z. B. Ring, Arlo, eufy, Nest Cam, Blink).
Sie sind praktisch für die Überwachung, aber bei einem Hackerangriff sehr anfällig.
Gespeicherte Daten:
- Aufgezeichnete Video- und Audioclips (lokal oder in der Cloud).
- Benutzerkontodaten und WLAN-Passwörter.
- Geräteprotokolle (Bewegungserkennung, Zeitstempel).
- Cloud-Synchronisierungstoken für den mobilen Zugriff.
Warum das wichtig ist:
Durch unbefugten Zugriff könnten Aussenstehende Live-Videos von Ihrem Zuhause oder Ihren täglichen Routinen erhalten.
Intelligente Schlösser (z. B. Nuki, August, Yale, eufy).
Sie ersetzen physische Schlüssel durch digitale Bequemlichkeit, speichern aber auch wichtige Sicherheitsdaten.
Gespeicherte Daten:
- Benutzerzugangscodes und virtuelle Schlüssel.
- Protokolle zum Verriegeln/Entriegeln (wer und wann).
- Bluetooth-/WLAN-Anmeldedaten.
- Verknüpfte Cloud-Konten oder Tokens für mobile Apps.
Warum das wichtig ist:
Ein kompromittiertes Smart Lock ist nicht nur eine Verletzung der Privatsphäre, sondern stellt auch ein direktes physisches Risiko dar.
Intelligente Leuchten und Beleuchtungssysteme (z. B. Philips Hue, LIFX, Nanoleaf, IKEA TRÅDFRI).
Selbst Leuchten können sensible Netzwerkdaten speichern.
Gespeicherte Daten:
- WLAN- oder Zigbee-Netzwerkzugangsdaten.
- Beleuchtungspläne, Raumzuweisungen und Automatisierungsszenarien.
- Cloud- und Sprachassistent-Token.
Warum das wichtig ist:
Intelligente Leuchten werden oft als Netzwerkbrücken verwendet. Wenn eine Brücke gehackt wird, können andere verbundene Geräte gefährdet sein, auch wenn die Leuchten selbst harmlos erscheinen.
Intelligente Thermostate (z. B. Nest, tado°, ecobee, Honeywell).
Thermostate wurden für Komfort und Energieeinsparungen entwickelt, geben aber auch Verhaltensdaten preis.
Gespeicherte Daten:
- Temperatur- und Belegungshistorie (Anwesenheits-/Abwesenheitsmuster).
- Verknüpfte Konten und Integrationen (Google, Alexa, Apple Home).
- WLAN-Anmeldedaten und Standortdaten.
- Fernsteuerungs- oder Planungsdaten.
Warum das wichtig ist:
Angreifer könnten Thermostatdaten nutzen, um zu verfolgen, wann Sie normalerweise zu Hause sind und wann nicht.
Intelligente Haushaltsgeräte (z. B. Kühlschränke, Waschmaschinen, Backöfen – Bosch, LG, Samsung, Miele usw.).
Haushaltsgeräte verbinden sich heute aus Gründen der Bequemlichkeit mit Cloud-Apps, hinterlassen dabei jedoch auch digitale Spuren.
Gespeicherte Daten:
- WLAN-Anmeldedaten und lokale Netzwerkinformationen.
- Cloud-Kontotoken (Home Connect, ThinQ, SmartThings, Smart Home).
- Nutzungsprotokolle (z. B. Waschzyklen, Öffnen der Kühlschranktür).
- Integration von Sprachassistenten.
Warum das wichtig ist:
Obwohl sie harmlos erscheinen, sind viele intelligente Geräte über dasselbe Konto verbunden, das auch für Fernseher oder Telefone verwendet wird, wodurch eine grössere Angriffsfläche entsteht.
Intelligente Stecker und Energiemonitore (z. B. TP-Link Kasa, Eve Energy, Shelly, Meross).
Diese kleinen Geräte steuern oder messen den Stromverbrauch.
Gespeicherte Daten:
- WLAN-Netzwerkdetails und Geräte-IDs.
- Energieverbrauchsstatistiken und Automatisierungszeitpläne.
- Cloud-Kontoverbindungen (für App- oder Sprachsteuerung).
Warum das wichtig ist:
Energiedaten können Nutzungsmuster offenlegen, z. B. wann Lampen, Geräte oder Unterhaltungssysteme verwendet werden.
Heim-NAS- und Medienserver (z. B. Synology, QNAP, WD My Cloud).
Früher nur in Büros verwendet, sind NAS-Systeme mittlerweile auch bei datenschutzbewussten Privatanwendern beliebt.
Gespeicherte Daten:
- Persönliche Dateien, Fotos, Backups und Familiendokumente.
- Benutzerkonten, Passwörter und Verschlüsselungscodes.
- Fernzugriffskonfigurationen und verknüpfte Cloud-Dienste.
- Überwachungsvideodaten von Heimkameras.
Warum das wichtig ist:
NAS-Geräte enthalten oft Ihre privatesten Daten. Wenn sie online ungeschützt oder ungepatcht (ungepatcht bedeutet, mit keinem Patch oder keiner Korrektur aktualisiert, um Fehler oder Sicherheitslücken zu beheben) bleiben, können sie ein Einfallstor für Ransomware oder Datendiebstahl sein.
Verbindungen zwischen Sprach- und Sicherheitsökosystemen zu Hause.
Viele Smart-Geräte sind mit Diensten von Drittanbietern verbunden: Alexa-Routinen, Google Home-Automatisierungen oder IFTTT-Workflows.
Allerdings führen diese Integrationen häufig zu einer plattformübergreifenden Offenlegung von Daten, was bedeutet, dass ein einzelnes Token in einem Konto den Zugriff auf diverse verbundene Geräte ermöglichen kann.
Tipp: Überprüfen Sie regelmässig die App-Berechtigungen und trennen Sie die Verbindung zu Geräten, die Sie nicht mehr verwenden.
Schützen Sie Ihr Smart Home mit einfachen Best Practices:
- Ändern Sie die Standardpasswörter und verwenden Sie für jedes Konto einzigartige, sichere Passwörter.
- Aktivieren Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung, sofern diese unterstützt wird.
- Aktualisieren Sie regelmässig die Firmware, um Schwachstellen zu beheben.
- Segmentieren Sie Ihr WLAN-Netzwerk (z. B. separates Gast- oder IoT-Netzwerk).
- Überprüfen Sie mindestens zweimal im Jahr die verknüpften Konten und Cloud-Verbindungen.
- Setzen Sie das Gerät vor dem Weiterverkauf oder der Entsorgung auf die Werkseinstellungen zurück.
Fazit: Smart bedeutet nicht immer sicher.
Jedes verbundene Gerät ist Teil der digitalen Identität Ihres Zuhauses.
Zusammen zeichnen sie ein detailliertes Bild Ihres Lebens, einschliesslich der Zeit, zu der Sie aufwachen, was Sie sich ansehen, wann Sie zu Hause sind und wer Sie besucht.
Der Komfort eines Smart Homes muss nicht auf Kosten der Privatsphäre gehen.
Wenn Sie wissen, welche Daten Ihre Geräte speichern, und Massnahmen zu deren Sicherung, Zurücksetzen oder ordnungsgemässen Entsorgung ergreifen, können Sie ein vernetztes Zuhause geniessen, das smart und sicher ist.