Passkeys und Passwortmanager: Warum Unternehmen beides brauchen

Passkeys versprechen eine Zukunft ohne komplizierte Passwörter. Doch bedeutet das auch das Ende klassischer Passwortmanager? Gerade für Unternehmen lohnt sich ein genauer Blick. Denn moderne Anmeldeverfahren verbessern zwar die Sicherheit, lösen aber nicht automatisch alle Herausforderungen bei der Verwaltung geschäftlicher Zugänge.
Passkeys kein vollständiger Schutz gegen Cyberangriffe. Unsichere Kontowiederherstellungsverfahren, kompromittierte Geräte oder gestohlene aktive Sitzungen können weiterhin Risiken darstellen.
Eine sichere Anmeldung ist deshalb nur ein Bestandteil eines umfassenden IT-Sicherheitskonzepts.
Passkeys oder Passwortmanager: Was brauchen Unternehmen wirklich?
Mit der zunehmenden Verbreitung passwortloser Anmeldeverfahren entsteht gelegentlich der Eindruck, klassische Passwortmanager würden langfristig überflüssig.
Für Unternehmen ist diese Betrachtung jedoch zu einfach.
Viele geschäftliche Anwendungen unterstützen bislang keine Passkeys. Besonders ältere Softwarelösungen, interne Systeme und bestimmte technische Zugänge setzen weiterhin auf klassische Benutzernamen und Passwörter.
Darüber hinaus müssen Unternehmen häufig weitere vertrauliche Informationen schützen, etwa Wiederherstellungscodes, Zugangsdaten technischer Konten oder andere sensible Zugangsinformationen.
Genau hier bleibt ein professioneller Passwortmanager für Unternehmen von Bedeutung.
Eine zentrale Passwortverwaltung ermöglicht es, bestehende Zugangsdaten geschützt zu speichern, strukturiert bereitzustellen und deren Nutzung anhand klarer Berechtigungen zu organisieren.
Mitarbeitende müssen Passwörter dadurch nicht in persönlichen Dokumenten, Tabellen oder ungeschützten Notizen verwalten. Gleichzeitig können Unternehmen festlegen, welche Personen oder Teams Zugriff auf bestimmte geschäftliche Zugänge erhalten.
Passkeys und Passwortmanager verfolgen somit unterschiedliche, sich ergänzende Ziele: Während Passkeys das Anmeldeverfahren verbessern, unterstützt ein Unternehmens-Passwortmanager die sichere Verwaltung weiterhin benötigter Passwörter und anderer unterstützter Zugangsinformationen.
Die unterschätzte Herausforderung: Kontrolle über geschäftliche Zugänge
Für Unternehmen zählt nicht nur, wie sicher sich Mitarbeitende anmelden. Ebenso wichtig ist, wer auf welche Systeme zugreifen darf und wie sich diese Berechtigungen zuverlässig verwalten lassen.
Ein typisches Beispiel ist der Austritt eines Mitarbeitenden.
Während seiner Tätigkeit verwendet die Person möglicherweise Passkeys für verschiedene Cloud-Dienste, klassische Passwörter für interne Anwendungen und weitere Zugangsinformationen für die Zusammenarbeit mit externen Partnern.
Beim Austritt müssen sämtliche geschäftlichen Zugriffsrechte überprüft und gegebenenfalls entzogen werden.
Bei Passkeys geschieht dies beispielsweise durch das Deaktivieren des Benutzerkontos oder den Widerruf der jeweiligen Passkey-Registrierung beim Dienst. Bei klassischen Passwörtern müssen Berechtigungen entfernt und gegebenenfalls gemeinsam verwendete Zugangsdaten geändert werden.
Diese Aufgaben unterscheiden sich technisch, verfolgen aber dasselbe Ziel: Geschäftliche Zugänge müssen auch dann unter Kontrolle des Unternehmens bleiben, wenn Mitarbeitende ihre Rolle wechseln oder das Unternehmen verlassen.
Ein professionelles Passwortmanagement mit klaren Rollen und Berechtigungen unterstützt diese Prozesse für die darin verwalteten Zugänge. Ergänzend sind Identitätsmanagement, Geräteverwaltung und geeignete Richtlinien für Passkeys erforderlich.
Wo Passkeys gespeichert werden, macht einen Unterschied
Nicht alle Passkeys werden auf dieselbe Weise verwaltet. Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden.
Gerätegebundene Passkeys bleiben auf einem bestimmten Gerät oder Hardware-Sicherheitsschlüssel. Sie eignen sich insbesondere für Einsatzbereiche, in denen hohe Anforderungen an die Kontrolle der verwendeten Authentifikatoren bestehen.
Synchronisierte Passkeys können dagegen verschlüsselt über mehrere Geräte hinweg bereitgestellt werden. Dadurch wird beispielsweise der Wechsel zwischen Smartphone und Notebook komfortabler.
Im privaten Umfeld ist diese Flexibilität häufig willkommen. Für Unternehmen entstehen jedoch zusätzliche organisatorische Fragen.
Was geschieht, wenn ein geschäftlicher Passkey in einem persönlichen Benutzerkonto gespeichert wird? Welche Geräte dürfen für die Anmeldung verwendet werden? Und wie lässt sich sicherstellen, dass nach dem Ausscheiden eines Mitarbeitenden keine unerwünschten Zugriffsrechte bestehen bleiben?
Solche Fragen zeigen, dass technische Sicherheit und organisatorische Kontrolle zusammengehören.
Unternehmen sollten deshalb frühzeitig festlegen, welche Geräte und Passkey-Anbieter zugelassen sind und wie geschäftliche Passkeys registriert, wiederhergestellt und widerrufen werden.
Sicheres Passwortmanagement als Grundlage moderner Zugriffsstrategien
Eine zukunftsfähige Sicherheitsstrategie muss nicht zwischen Passkeys und Passwörtern entscheiden. Vielmehr sollte sie beide Verfahren entsprechend den technischen Möglichkeiten der eingesetzten Anwendungen berücksichtigen.
Für die Praxis empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:
- Bestehende Zugänge erfassen: Unternehmen sollten wissen, welche Anwendungen Passkeys unterstützen und wo weiterhin klassische Passwörter benötigt werden.
- Passwörter zentral schützen: Ein professioneller Passwortmanager reduziert unkontrollierte Speicherorte und unterstützt die geregelte Bereitstellung geschäftlicher Zugangsdaten.
- Berechtigungen klar definieren: Der Zugriff auf Passwörter und Anwendungen sollte sich nach den tatsächlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten richten.
- Passkeys kontrolliert einführen: Zugelassene Geräte, Speicherorte und Wiederherstellungsverfahren sollten verbindlich festgelegt werden.
- Austrittsprozesse berücksichtigen: Bei Rollenwechseln und beim Offboarding müssen sowohl klassische Zugänge als auch Passkey-Registrierungen und aktive Sitzungen geprüft werden.
Ein solches Vorgehen hilft, bestehende Sicherheitslücken zu reduzieren und neue Anmeldeverfahren schrittweise in die Unternehmensumgebung zu integrieren.
Dabei müssen nicht alle Systeme gleichzeitig umgestellt werden. Entscheidend ist, dass bestehende und neue Authentifizierungsmethoden in einer abgestimmten Sicherheitsstrategie berücksichtigt werden.
Warum professionelles Passwortmanagement weiterhin wichtig bleibt
Auch wenn Passkeys zunehmend verbreitet sind, wird das klassische Passwort in vielen Unternehmensumgebungen noch längere Zeit eine Rolle spielen.
Besonders dort, wo mehrere Mitarbeitende mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, sind klare Berechtigungen, eine geschützte Speicherung und nachvollziehbare Verwaltungsprozesse unverzichtbar.
Lösungen wie PassSecurium unterstützen Unternehmen dabei, ihre Passwortverwaltung zu professionalisieren. Geschäftliche Passwörter und Zugänge können zentral und geschützt verwaltet und über Rollen, Gruppen und Berechtigungen kontrolliert bereitgestellt werden.
Damit lässt sich die Abhängigkeit von unsicheren Ablageorten und individuell organisierten Passwortsammlungen reduzieren.
Die Einführung von Passkeys ergänzt diese Sicherheitsstrategie, ersetzt jedoch nicht automatisch die Verwaltung bestehender Zugänge. Für eine umfassende Absicherung müssen Passwortmanagement, Authentifizierung, Identitätsmanagement und organisatorische Prozesse sinnvoll zusammenspielen.
Fazit: Die Zukunft ist nicht nur passwortlos, sondern besser organisiert
Passkeys sind ein bedeutender Fortschritt für die digitale Sicherheit. Sie erleichtern die Anmeldung und bieten einen wirksamen Schutz gegen viele klassische Phishing-Angriffe.
Für Unternehmen bedeutet eine moderne Authentifizierung jedoch mehr als die Ablösung einzelner Passwörter.
Entscheidend bleibt, dass geschäftliche Zugänge geschützt, Berechtigungen klar geregelt und Zugriffsrechte bei Veränderungen zuverlässig angepasst werden.
Passkeys verbessern das Anmeldeverfahren. Professionelle Passwortmanager sichern die Verwaltung weiterhin benötigter Zugangsdaten. Gemeinsam mit Identitäts- und Geräteverwaltung bilden sie wichtige Bestandteile einer umfassenden Sicherheitsstrategie.
Wer heute in strukturiertes Passwortmanagement investiert, verbessert damit nicht nur den Schutz bestehender Zugänge, sondern schafft auch eine solide organisatorische Grundlage für den Umgang mit neuen Authentifizierungsverfahren.
Geschäftliche Passwörter sicher und zentral verwalten
Mit PassSecurium unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Passwortverwaltung zu vereinfachen, Zugriffsberechtigungen klar zu organisieren und sensible Zugangsdaten geschützt bereitzustellen.